Canada Scouts: Highway 20, der „Freedom Highway“ von Williams Lake nach Bella Coola

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Karl-Hans Kern hat in unser Rubrik “Canada Scouts” heute einen ganz persönlichen Routentipp: Der Highway 20, der „Freedom Highway“ von Williams Lake nach Bella Coola. Für ihn der Inbegriff des “Wilden Westens” in BC, denn im Gegensatz zu dem häufig erwähnten “Icefields Parkway” ist der Higway 20 kein Touristenmagnet, sondern ein ganz besonderer Roadtrip geprägt von Einsamkeit und Weite. 

Im Land der “Weiden und Zäune”

Wer von Süden kommend Williams Lake, muss sich für eine Himmelsrichtung entscheiden. Nach Norden führt die Straße nach Quesnel, vorbei am Abzweig nach Barkerville, dem Historic Town und weiter in den Norden British Columbias. Nach Osten führen die Straßen hinein in die Cariboo Mountains und weiter zum Wells Gray Provincial Park. Wer aber nach Westen abbiegt, der erfährt im wahrsten Sinn des Wortes Cowboy Land, das Land der „Weiden und Zäune“.

451 km sind es von Williams Lake, dem Versorgungszentrum der Region, bis Bella Coola, der kleinen Stadt am Pazifik, hinter den Coast Mountains gelegen. Ausgangspunkt für die Fahrt ist das wunderschöne Visitor Center in Williams Lake. Hier gibt es alle Tipps, Landkarten und was sonst noch benötigt wird. W-Lan und Telefon ist vorhanden und ermöglicht den Kontakt zu den Daheimgebliebenen.

Ich lade nun ein an vier Stationen am Highway 20 Halt zu machen und die Landschaft und die Tierwelt aus nächster Nähe zu genießen. Doch zuvor statten wir der Xatsull Heritage Village einen Besuch ab. Die aus Deutschland stammende Miriam übernimmt gerne Führungen durch die Lebenswelt der First Nation People.

Fotostrecke

Station 1: Farwell Canyon

Bei Riske Creek zweigt eine gravel road zum Farwell Canyon ab. Ein trockener Landstrich, geprägt von Sandsteinen und Dünenlandschaften. Durchzogen vom Chilcotin River bietet der Canyon nicht nur Gelegenheit zum Wandern, Mountain biken oder einfach nur einem Fotostopp. Aufgrund der Lachswanderung fischen hier auch die First Nation People nach Lachsen. Bei Hanceville erreicht man wieder den asphaltierten Highway.

Station 2: Nimpo Lake

Nach 300 km erreicht man den Nimpo Lake, das Zentrum der Wasserflugzeuge. Hier kann ein Rundflug über die Coast Mountains gebucht werden. Wer hier bei gutem Wetter anhält und sich diesen Rundflug gönnt, wird dieses Erlebnis nicht mehr vergessen. Die kleinen Maschinen nehmen drei Passagiere mit, in die große passen fünf. Der „all inclusive Flug“ dauert ca. eine Stunde und kostet pro Person ca. 120 CAD. Über das Monarch Icefield hinweg gelangt man zu den Hunlen Falls im Tweedsmuir Provincial Park und fliegt dann Richtung Norden. Hier bieten die Rainbow Range Mountains einen grandiosen Blick auf die aus Vulkangestein bestehende Gebirgskette.

Station 3. Tweedsmuir Provincial Park

Ein wunderschöner Park, mit zahlreichen Wandermöglichkeiten, bietet Gelegenheit zum mehrtägigen Aufenthalt. Die Wanderung zu den Hunlen Falls oder die Kanu Tour auf dem Turner Lake Chain zählt zu seinen Höhepunkten. Und die Bärenfreunde schätzen ihn, weil es an mehreren Stellen Aussichtsplattformen gibt, von denen aus Grizzlybären beim Lachsfang beobachtet werden können.
Wir allerdings bevorzugten den Mc Call Flats Forest Campground außerhalb des Parks. Nicht besonderes von der Ausstattung her. Aber am Atnarko River gelegen sind die einzigen Gäste in einer fast ein wenig unheimlich wirkenden Gegend… Bären. Ein Erlebnis für uns der besonderen Art.

Station 4: Bella Coola

Das Städtchen selbst bietet keine besonderen Highlights. Allerdings ist der Blick auf den South Bentinck Arm einen Ausflug wert. Dabei lassen sich auch die Clayton Falls besuchen. Und wer bisher auf eigene Faust keine Bären gesehen hat, der kann sich für eine geführte Tour entscheiden. Wir waren mit „Fraser“ im Schlauboot unterwegs. Er führte uns vier über den Atnarko und Bella Coola River und dann kam er… der Grizzly.

Ein Wort noch zum Freedom Highway. Da die Regierung British Columbias den Highway 20 nur bis Anahim Lake baute, war Bella Coola von der Außenwelt abgeschlossen. Daraufhin beschlossen seine Bewohner das letzte Stück bis zum Pazifik selber zu bauen. So ist der Weg über die Coast Mountains bis heute eine gravel road. Allerdings ist der Pass, trotz seiner spektakulären Straßenführung gut zu befahren. Wir haben die Strecke sowohl mit Truck Camper als auch RV bei Sonne und Regen problemlos befahren können.

Viel Spaß bei dieser kleinen Tour durch den wilden Westen. Und wer die wirklichen Highlights des Highway 20 erleben will, benötigt noch ein wenig Geduld. Diese finden sich südlich des Highways und bieten zahlreiche Überraschungen.

 

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Bildband

Über den Autor

Mit der ersten Reise nach Kanada im Jahr 2009 veröffentlichte Karl-Hans Kern seine Reiseerzählungen in dem Taschenbuch: DAS CANADAVIRUS bei BoD.
Als leidenschaftlicher Fotograf lieferte er die Bilder und Texte zum zweiten Werk, einem Bildband über die Cariboo Chilcotin Coast Region British Columbias.

Über 200 Aufnahmen einer grandiosen Landschaft, Bären beim Lachsfang, Wanderungen durch die kanadische Wildnis oder Camping an einsamen Seen entführen in das Sehnsuchtsland. Mit Reiseerzählungen und zahlreichen Reisetipps liefert das Buch all denjenigen Informationen, die Abseits von Hauptstraßen und Touristenströmen ihr ganz persönliches Abenteuer suchen.

Mehr Infos: www.canadavirus.de

(Fotos und Text: Karl-Hans Kern)

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