Kanadas Osten mit Thrillerautor Gunther Polnizky

PolnizkySmeltessend

Ein Österreicher in New Brunswick schreibt einen kanadischen Thriller? Klingt merkwürdig, oder? Haben wir uns auch gedacht und den Thrillerautoren Gunther Polnizky und seinen Debütroman – Timber Creek. Man erntet, was man sät – näher unter die Lupe genommen. Der Autor nimmt uns mit auf eine Reise durch sein persönliches Atlantik Kanada. Tipps abseits der bekannten und durchaus sehenswerten Naturschauspiele, wie z.B. den „Hopewell Rocks“ in New Brunswick mit ihrem weltweit höchsten Gezeitenspiel.

 Gunther Polnizky

Beruf: Thrillerautor  – Timber Creek. Man erntet, was man sät
Wohnt und lebt abwechselnd in Österreich und Kanada (New Brunswick)
Online-Profil: Facebook
E-Mail: autor@gunther-polnizky.com

polnizky

Über das Buch

Timber Creek ist ein verschlafenes Nest an der kanadischen Atlantikküste. Dorthin zieht es David, der als einziger von seinen Freunden den Ort seiner Kindheit jemals verlassen hat. Nach einer steilen Karriere in Toronto und seiner Hochzeit sehnt er sich nach Ruhe. Er verkauft seine Firma und kehrt nach Timber Creek zurück. Dort holt ihn die Vergangenheit wieder ein. Alte Konflikte und Liebschaften keimen wieder auf, bis schließlich einer der Freunde bestialisch ermordet aufgefunden wird. Während die Polizei rätselt, begeht der Täter einen weiteren Mord. Schließlich wird ein altes Geheimnis gelüftet, das über den Freunden wie ein Damoklesschwert schwebt.

 

Kanada´s rauher Osten?

Die Maretimes sind als “Kanada´s rauher Osten” bekannt und das, obwohl sich diese an der Atlantikküste gelegenen Provinzen auch durchaus sanft zeigen können. Im Sommer empfiehlt sich eine Wanderung über die kilometerlangen Dünen und Bohlenwanderwege in Bouctouche, New Brunswick, einer kleinen Stadt, die in ihrer ursprünglichen Übersetzung „große Bucht“ bedeutet. Im Vorfeld gekochten Hummer bei einem der Fischläden besorgen, einen Picknick-Korb  mit ein paar Leckereien bestücken und es sich dann einfach irgendwo im warmen Sand gemütlich machen. Links: www.bouctouche.ca/en, Bouctouche

Platte mit frischen Muscheln (NewBrunswick)

New Brunswick

Damit wären wir auch gleich bei Tipp Nummer zwei angelangt: Nicht nur Orte wie Bouctouche oder Shediac bieten wunderbare Strände. An dem 2.400 km langem Küstenverlauf von New Brunswick finden sich zahllose, menschenleere Sandstrände, die durchwegs zum Schwimmen und relaxen einladen. Wassertemperaturen von bis zu 26 Grad Celsius sind dabei keine Seltenheit. Zahlreiche kleine, oft unbefestigte Straßen führen an die schönsten Strände. Links: www.tourismnewbrunswick.ca, Parlee Beach Provincial Park

StrandNewBrunswik3

Prince Edward Island

Bleiben wir noch an der Küste. Nicht nur New Brunswick, auch Nova Scotia und die kleinste Provinz Kanada´s, Prince Edward Island, verfügen über ausgeprägte Küstenlandschaften. Ein Highlight bietet mit Sicherheit der Cavendish Beach, der immerhin Platz 54 der atemberaubendsten Strände der Welt belegt. Der Abwechslungsreichtum an feinem Sand, Dünen und  den aus Sandstein geformten Klippen hat ihm diesen Platz beschert. Aber alleine die Fahrt nach  „PEI“, wie die Insel kurz genannt wird, ist eine Reise wert. Dabei empfiehlt es sich, z.B. die Hinfahrt von New Brunswick aus über die 14 km lange „Confederation Bridge“ zu nehmen und für die Rückfahrt eine der Fähren nach Nova Scotia zu wählen. Bevor man sich auf den Weg über die Brücke macht, sollte man sich noch eine Nacht in einem der kleinen aber feinen Inn´s wie z.B. dem „Little Shemogue Inn“ gönnen und dem Naturpark „Cape Jourimain“ mit seiner artenreichen Vogelwelt einen Besuch abstatten.

K++stenlandschaftPEI

ConvederationBridgenachPEI

Nova Scotia

Ich selbst liebe die Ruhe, die einen umgibt, wenn man sich auf eine der alten Werften setzt und die Seele baumeln lässt. Viele dieser Werften dienen den Hummerfischern zum Anlegen ihrer Boote. Oftmals findet man alte, romantische Leuchttürme vor. Manche lokale Veranstalter bieten für Interessierte sogar eigene Leuchtturm-Touren an, bei denen man nicht nur die Möglichkeit hat, diese Bauten von innen kennenzulernen, sondern auch spannende Geschichten über die Seefahrer erfährt. Im Sommer kann man den Hummer-Fischern beim Entladen ihres Fangs zusehen, oder aber, – wie es viele Einheimische machen – frische Makrelen aus dem Wasser ziehen. Fragen Sie einfach bei Ihrem Bed and Breakfast nach – vielleicht borgt Ihnen ja der Wirt eine Angelrute. Sollten Sie Gefallen am Fischen finden, so gibt es unzählige Geschäfte in der Region, die Angelausrüstungen zu absolut erschwinglichen Preisen anbieten. Oftmals erhalten Sie diese sogar bei der nächsten Tankstelle. Für das Angeln im Meer ist – im Gegensatz zum Fischen in Flüssen und Seen – derzeit keine Fischereikarte erforderlich.

LeuchtturmNewBrunswick

Spektakuläre Küstenstraßen und kulinarische Meeresfrüchte

Für diejenigen, die Meeresspezialitäten, wie Hummer, Austern, Scallops oder andere Leckereien lieber serviert bekommen habe ich meinen nächsten Tipp: Meiden Sie Fast-Food-Ketten (nicht, weil ich Ihnen damit sagen möchte, dass diese schlechtes Essen servieren, sondern weil Sie diese Kost überall auf der Welt konsumieren können und sie somit nichts Außergewöhnliches darstellt). Nehmen Sie sich lieber die Zeit auf kulinarische Entdeckungsreise zu gehen. Spektakuläre Küstenstraßen, wie der Cabot Trail auf Cape Breton, Nova Scotia oder die Lighthouse Route , Nova Scotia führen Sie zu den schönsten Plätzen und nettesten Lokalen. Unbedingt in Peggy´s Cove , NS anhalten – ein Fischerdorf, wie aus dem Bilderbuch! Auch an den  Fjorden auf PEI oder einfach in einem kleinen Fischerdorf, das Sie zufällig passieren, können Sie in die lokale Küche, die natürlich stark vom Fischfang geprägt ist eintauchen. Es erwarten Sie fangfrische Fische, Muscheln und Schalentiere, die auf unterschiedlichste Weise zubereitet werden. Sehr zu empfehlen sind zum Beispiel auch Clams, das Muschelfleisch der Venusmuschel, die meist knusprig frittiert werden oder in dicken Suppen, sogenannten Clam-Chowders verkocht sind.

LocalFishStore

 

Im Land der 1000 Seen

Aber nicht nur das Meer hat seine Reize. Insbesondere Nova Scotia besticht durch seine fast unendlich wirkende Seenlandschaft mit mehr als 1000 Seen. Wenn Sie ausreichend Zeit, genug Benzin und ein bisschen Mut übrig haben, dann biegen Sie einfach die nächstbeste Straße ab und lassen sich führen – Sie wissen, der Weg ist das Ziel! Übrigens: Nova Scotia, das in etwa so groß wie Bayern ist, hat keinen Punkt, der weiter als 56 km vom Meer entfernt ist. Sie brauchen sich also nicht vor der Tiefe dieser Provinz zu fürchten. Dank des Golfstroms herrscht in Nova Scotia ein eher mildes Klima. Die Wintertemperaturen liegen so gut wie nie unter -10 Grad und Schnee ist in dieser Provinz eher eine Seltenheit – Sie sehen, so rau ist der Osten Kanada´s gar nicht. Dass Nova Scotia und New Brunswick für den „Indian Summer“ berühmt sind, brauche ich an dieser Stelle wahrscheinlich gar nicht als eigenen Tipp erwähnen.

MorgenstimmungNewBrunswick

 

Mit dem Kanu oder Kajak untwerwegs

Wenn man dann schon an einem dieser unzähligen, wunderschönen Seen gelandet ist, sollte man am besten ein Kanu oder Kajak mit dabei haben. So lassen sich die Gewässer und die zahlreichen, meist unbewohnten kleinen Inseln wunderbar erkunden. Sollten Sie zufällig kein solches Gefährt im Gepäck haben, kontaktieren Sie einfach einen Kanuverleih oder nutzen Sie die Möglichkeit einer geführten Kanutour – diverse Anbieter finden Sie im Internet. Aber nicht nur die Seenlandschaft ist mit Inseln geschmückt. Der Küste Nova Scotia`s sind mehr als 3.800 Inseln vorgelagert.

PolnizkymitKanu-NovaScotia

 

Wanderparadies

Wem bis jetzt zu viel über Gewässer gesprochen wurde – was bei Provinzen, die sich Maretimes nennen in der Natur der Sache liegt – dem widme ich meinen nächsten Tipp: Planen Sie zumindest einen Wandertag ein, der Ihnen eine neue Seite dieser Gegend aufzeigt. Schließlich sind 80% von New Brunswick dichte, teils unberührte Wälder. Nicht nur, dass Sie im Sommer Unmengen an Pfifferlingen und Pilzen finden können, werden Ihnen auch seltene Pflanzen, Spuren von Tieren und vielleicht sogar der eine oder andere Elch auf dem Weg begegnen. Aber auch die anderen zwei Atlantikprovinzen bieten jede Menge Wandermöglichkeiten. Wenn Sie vorher wissen wollen, was Sie erwartet, dann schauen Sie einfach im Internet nach. Sie finden in diversen Foren Unmengen an Wanderrouten und Fotos, die eifrige Wanderer online gestellt haben.

CampimWaldvonNewBrunswickSommer

Auch im Winter eine Reise wert

Aber nicht nur der Sommer und der Indian Summer haben ihre Reize. Auch der Winter bietet einiges an Möglichkeiten. An erster Stelle und somit als Tipp Nummer 9 möchte ich Ihnen ans Herz legen, ein „Sugar Camp“ zu besuchen. Diese, in den Wäldern gelegenen Holzhütten, dienen als Basislager für die Ahornsirupgewinnung. Ahornsirup ist ein natürliches Süßungsmittel, das aus dem Saft – dem sogenannten Sap – der Ahornbäume gewonnen wird. Ursprünglich stammt die Idee durch Anzapfen der Bäume und Einkochen des Baumsaftes Sirup zu gewinnen von den Indianern. Heute werden oft tausende Bäume mit Systemen aus Schläuchen verbunden und in Tanks geleitet. Der Saft wird in riesigen, meist handgefeuerten Öfen eingekocht und verarbeitet. In Sugarcamps, wie z.B. dem Ripley Maple Sugar Camp in der Nähe von Amherst, N.S. können Sie erleben, wie Sirup produziert wird – ein faszinierendes Schauspiel! Beachten Sie aber, dass es nur wenige Wochen im Jahr gibt, in denen die Bäume Saft lassen und die Camps aktiv sind, meist ist es März und April. Kanada deckt übrigens mehr als 80% der weltweiten Produktion dieses Naturproduktes ab. Ahornsirup ist eine wertvolle Flüssigkeit. 2012 hat eine Bande in Quebec mehr als 3000 Tonnen Ahornsirup gestohlen. Marktwert: 15 Millionen Dollar. Zum Glück wurden die Diebe, die als Ahorn-Sirup-Mafia in die Geschichte eingegangen sind, von der Polizei ermittelt und gefasst.

 

CampimWaldvonNewBrunswickWinter

 

„Smeltfishing!“

Als letzten Tipp, möchte ich Ihnen etwas mitgeben, von dem ich glaube, dass es fast niemanden bekannt ist: „Smeltfishing!“ Darunter versteht man eine, bei den Kanadiern sehr beliebte, Beschäftigung im Winter, meist im Jänner und Februar (offizielle Saison 2015 ist der 1.Jänner-31 März ). Hierzu werden kleine, selbstgebastelte Hütten mit Ski-doos, ATVs oder dem Truck auf das gefrorene Meer gezogen. Mit der Kettensäge wird dann unterhalb der Hütte – dem sogenannten Smelt-Shack – eine Öffnung in das Eis geschnitten und zum Anlocken von Fischen, eine mit einer Batterie verbundene Glühlampe ins Wasser gelassen. Die Smelt-Shaks, die meist nicht größer als 4 Quadratmeter sind, verfügen fast immer über selbstgebastelte Holzöfen. Man setzt sich gemeinsam in der wohligen Hütte um die Öffnung im Eis und harpuniert mit selbst gebastelten Harpunen kleine Fische, die sogenannten Smelts (zu Deutsch: Stint) deren Fleisch einen leicht süßlichen Geschmack haben. Dabei wird geplaudert, Bier getrunken oder einfach nur die Ruhe genossen. Augen offen halten – die Hütten am gefrorenen Meer sind nicht zu übersehen! Fragen Sie einfach Ihren Wirt. Vielleicht kennt er ja einen der Fischer oder ist selbst stolzer Besitzer eines Smelt-Shacks und kann Ihnen dieses Erlebnis ermöglichen.

Smeltshack

 

amgefrorenemMeerNewBrunswick

 

 

PolnizkyundFrauPEI

(Text und Bilder: Gunther Polnizky)

 


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