Yukon – Das Land der namenlosen Berge

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Für so manchen steht der Yukon für das letzte Stückchen Freiheit in Kanada. Mit rund 34.000 Einwohnern auf 482.000 Quadratkilometern erlebt man die pure Einsamkeit in unberührter Natur. Auf dieses einmalige Abenteuer begibt sich die Familie Kern aus Hessen. Mein Kanada-Reiseplaner hat sie auf ihr Abenteuer in den rauen Norden Kanadas begleitet. In einer Artikelserie berichten wir über die Reisevorbereitungen, Routenplanung und die eigentliche Reise in den Yukon  (August und September 2016).

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Karl Hans-Kern reiste im August und September 2016 durch den Yukon

Reisevorbereitung

Wie unterscheidet sich die Reisevorbereitung in den Yukon zu anderen kanadischen Provinzen? In den ersten zwei Artikeln sprachen wird mit der Familie über ihre Reisevorbereitungen und Routenplanung.

Reiseplanung Kanada: Yukon Territorium
Auf Wetterfrösche ist im Yukon kein Verlass

Unsere Entscheidung für eine Reise in den Yukon musste reifen. Die zurückliegenden Jahre war British Columbia, und dort in erster Linie die Cariboo Chilcotin Coast Region, unser bevorzugtes Reiseziel. Unterwegs abseits der Hauptstraßen, hatten wir dort das gefunden, was für uns den Urlaub in Kanada ausmacht, Einsamkeit, Ruhe, großartige Landschaften, eine faszinierende Tierwelt und Menschen, zu denen wir noch heute fast freundschaftliche Bindungen pflegen.

Der Yukon, seine Weite, ein Straßensystem das anders als in British Columbia weniger aus kleinen Gravel Roads ins Nirgendwo besteht sondern aus Highways, die Städte miteinander verbinden, war neu für uns. Doch alle die schon einmal den Yukon besucht hatten und mit denen wir sprachen, äußerten sich mehr oder weniger so: „Der Yukon ist einsam. Alles ist weiter voneinander entfernt, die Menschen verlieren sich. Ihr werdet es genießen“, ermunterten sie uns, motivierten sie uns zu der Entscheidung. Sie sollten Recht behalten…

Das Abenteuer Yukon beginnt…

Condorflug von Frankfurt nach Whitehorse (Montag, 21.8.2016 )
Wir haben unsere Plätze eingenommen. Scheinbar kennt sich die Mehrzahl der Passagiere. Zumindest wenn man das an der stundenlangen Plauderei über Sitzreihen hinweg als Indiz dafür wertet. Das Durchschnittsalter der Passagier 55+ (mit uns), Ehepaare, er mit kariertem Hemd und Cowboyhut oder Mütze, wenn T-Shirt dann mit eindeutiger Bezeichnung wie z.B. “Yukon Hero oder I am a Yukoner…” oder so ähnlich.

Überdurchschnittlich viele Vollbärte, Farbe grau, weiß. Vorherrschende Kleiderfarbe olivgrün und Schuhe, nein, keine Turnschuhe, keine Ausgehpumps… Wanderschuhe der guten Marken. Und die Frauen? Also die anders geschlechtlichen Begleiterinnen derjenigen mit Vollbärten und Cowboyhüten, Damen mit bestimmendem Tonfall, den “Yukon Hero” auf den Sitzplatz verweisend oder mit Handykamera die Eisberge von Grönland filmend.

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Das Essen ok, Alkohol wird bezahlt. Ist aber kein Problem, machen wir zuhause ja auch. Machte das Wetter beim Start des Flugzeuges noch Kapriolen, gab es während des Fluges wunderschöne Augenblicke. Keine Wolken und der Blick auf Grönland und die Hudson Bay sind Landschaftskino pur.

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Wir überfliegen den Yukon und nähern uns Whitehorse. Es ist früher Nachmittag Ortszeit. Die Augen sind schwer aber die bevorstehende Ankunft macht es leicht die Situation nach neun Stunden Flug auszuhalten. Vor uns liegt Whitehorse, der Yukon. Im Flugzeug herrscht fast andächtiges Schweigen. – Gelandet.

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Wir haben länger Zeit den Willkommensgruß zu studieren und über die gewählte Übersetzung ins Deutsche nachzudenken. Es geht am Migrationsschalter nur langsam voran. Dann aber sind wir durch. Die Koffer, selbst das Sportgepäck, liegen schon auf dem Förderband und an der Tür habe ich unseren Wohnmobilvermieter, Frank, entdeckt…

Wie es weitergeht, könnt ihr in den nächsten Wochen bei uns in der Fortsetzung des Reiseberichts von Karl-Hans lesen…

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Tipps zur Reise und Routenplanung in den Yukon

Reiseroute Norden
Den Yukon durchkreuzen unterschiedliche Highways die in ihrer Gesamtheit eine große liegende Acht bilden. Von Whitehorse führt der Klondike Highway nach Norden Richtung Dawson City mit Abzweig nach Mayo und dem Dempster Highway. Über die Grenze nach Alaska führt der Top of the world Highway der in den Taylor Highway mündet der wiederum zum Alaska Highway führt. Über diesen gelangt man zurück in den Yukon. Vorbei am Kluane Lake und Haines Junction, mit dem dortigen Abzweig nach Haines in Alaska, bringt einem der Klondike Highway wieder zurück nach Whitehorse.

Reiseroute Süden
Von Whitehorse aus Richtung Süden fahrend, passiert man den Abzweig nach Skagway in Alaska, kreuzt Tagish mit der Kreuzung der Straße die in die nördlichste Stadt British Columbias führt, nach Atlin, und fährt weiter in Richtung Watson Lake. Der Robert Campbell Highway bildet den letzten Abschnitt der „Acht“. Er führt über Faro, vorbei an der South Canol Road, nach Carmacks, von wo aus der Klondike Highway einem zurück nach Whitehorse bringt.

Wohnmobil oder Truck Camper?
Wir kennen beide Fahrzeuge und beide haben aus unserer Sicht ihre Stärken. Für das Wohnmobil spricht die Tatsache, dass man über einen direkten Durchgang von der Fahrerkabine zum Wohnteil gelangt. Für Familien mit Kindern, oder Gruppen von drei oder mehr Personen, bieten Wohnmobile aufgrund ihrer wählbaren Größe letztlich ein Mehr an Reisekomfort.

Der Truck wiederum verfügt über mehr Bodenfreiheit, was bei unwegsamen Straßen von Vorteil sein kann. Aber am Wichtigsten für uns ist die Tatsache, dass sich ein Truck wie ein Auto fahren lässt und kein klapperndes Geschirr aus dem Wohnbereich des Campers beim Fahren stört. Die Rückbank des Trucks lässt sich als Stauraum benutzen, was im Wohnbereich Platz schafft. Den Yukon kann man mit beiden Fahrzeugarten bereisen.

Siehe auch: Das 1×1 der richtigen Ausrüstung für deinen Wohnmobilurlaub

Unsere Art zu reisen
Ganz anders als sonst in unserem Leben, ist bei unseren Reisen nach Kanada der Weg das Ziel. Es sind nicht die touristischen Highlights die wir unbedingt anfahren und sehen wollen sondern vielmehr die Chance die sich bietenden Gelegenheiten zu nutzen, um die Seele baumeln zu lassen, inne zu halten wann und wo immer es uns gefällt, Landschaften zu genießen, Menschen zu begegnen oder Tiere in ihrer natürlichen Umgebung zu erleben. Der Aufenthalt in der Natur, der frische Duft nach Tannen und Wald, das Sitzen am Lagerfeuer, die Sterne, die wie Millionen von Diamanten am Himmel funkeln, die Spannung was uns hinter der nächsten Kurve erwartet, das ist für uns Urlaub in Kanada.

Reisezeit Herbst
Wir haben uns für den Spätsommer bzw. den Herbst als Reisezeit entschieden. Das hat einerseits persönliche Gründe, weil so die Vorfreude auf den kommenden Urlaub im Arbeitsalltag länger andauert, und nach dem Urlaub das Jahr (gefühlt) schon bald zu Ende geht. Für die Zeit im Yukon selbst ist der Herbst eine großartige Jahreszeit. Die lästigen Mücken sind deutlich reduziert. Wälder und Wiesen leuchten in strahlenden Herbstfarben. Wenn schon der erste Schnee die Gipfel der Berge ziert, ist dieses Zusammenspiel ein Augenschmaus. Die Temperaturen können zwar in der Nacht durchaus auch einmal einstellig sein. Aber es kann ebenso Tage geben, an denen die Sonne zum Tragen von kurzen Hosen und T-Shirt animiert.

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Bildband

Über den Autor

Mit der ersten Reise nach Kanada im Jahr 2009 veröffentlichte Karl-Hans Kern seine Reiseerzählungen in dem Taschenbuch: DAS CANADAVIRUS bei BoD.
Als leidenschaftlicher Fotograf lieferte er die Bilder und Texte zum zweiten Werk, einem Bildband über die Cariboo Chilcotin Coast Region British Columbias.

Über 200 Aufnahmen einer grandiosen Landschaft, Bären beim Lachsfang, Wanderungen durch die kanadische Wildnis oder Camping an einsamen Seen entführen in das Sehnsuchtsland. Mit Reiseerzählungen und zahlreichen Reisetipps liefert das Buch all denjenigen Informationen, die Abseits von Hauptstraßen und Touristenströmen ihr ganz persönliches Abenteuer suchen.

Mehr Infos: www.canadavirus.de

(Fotos und Text: Karl-Hans Kern)

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